Soziales Leben und CoronaVirus

Warum wir alle Verständnis dafür haben sollten, wenn Schulen und KiTas in Nierstein kurzfristig schließen müssen und Veranstaltungen ausfallen.

„Gehe hundert Schritte in den Schuhen eines anderen, wenn Du ihn verstehen willst“, rät ein indianisches Sprichwort.

Damit wird zum Wechsel der Perspektive aufgerufen. Warum ist das wichtig?

Die stakkatoartigen Medienberichte über die Ausbreitung des CoronaVirus – CoVid-19 – und die Schutzmaßnahmen der Städte und Gemeinden sehen viele Menschen als übertrieben an. Vielen anderen wiederum geht es nicht weit genug. Die Diskussion in den sozialen Medien ist hitzig und teilweise auch persönlich aggressiv. Dabei ist es wichtig, Ruhe zu bewahren.

Fakt ist: CoVid-19 wurde von der WHO nun offiziell zur Pandemie erklärt. Das hat Auswirkungen auf die zu treffenden Entscheidungen auch der Verwaltung der Stadt Nierstein.

Und wie kann hier eine richtige Entscheidung aussehen? Die Verantwortlichen wandern auf einem schmalen Grad: Einerseits soll das öffentliche Leben nicht zum Erliegen kommen. Andererseits muss die weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden. Und große Menschengruppen fördern die Ausbreitung. Täglich muss darüber neu entschieden werden. Und täglich kann es zu Absagen kommen – oder auch nicht. Auf Dauer verlässliche Aussagen wird keiner treffen können.

Die Stadt Nierstein hat entschieden, den Ostermarkt ausfallen zu lassen. Die Feste zum Stabaus sollen weiterhin stattfinden. Das folgt der Empfehlung des Landes Rheinland-Pfalz, Veranstaltungen ab 1.000 Personen grundsätzlich abzusagen. Doch zwischen 0 und 1.000 gibt es noch genügend individuellen Entscheidungsspielraum: 500 Personen in einem Raum aus der gleichen Stadt sollten anders bewertet werden als 300 Personen in einem Raum aus verschiedenen Regionen. Die Nähe zu Frankreich macht dies nochmals deutlich: Seit Mittwoch, den 11.03.2020 wurde die Region „Grand Est“ zum Risikogebiet erklärt. Dass kann morgen schon die Pfalz und dann Rheinhessen treffen.

Daher sollten wir alle Verständnis dafür haben, wenn Schulen und KiTas kurzfristig schließen müssen und Veranstaltungen ausfallen.

Hamsterkäufe jedoch sind damit nicht begründet. Fair für alle ist es, sich für grob 14 Tage versorgen zu können. So werden Lieferketten nicht zu stark belastet und für alle Menschen in der Region bleiben ausreichend Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs.

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