„Aufräumen“ – Mein Trend in der Kommunikation

Da liegen sie. Verschiedene Magazine und Vorträge, die mir erklären, was der nächste Trend ist. Snapshat, Whatsapp, facebook-Messenger, Bots, Apps – wenn ich Unternehmern eines kleinen Betriebes auf der Grundlage diverser hipper Hypes erklären soll, warum sie permanent ihre Kommunikation ändern sollen, wird es sportlich. Denn in erster Linie verdient der Unternehmer sein Geld durch Weinverkauf, Rechtsberatung oder als Friseur.

Kommunikation ist Mittel zum Zweck der Kundengewinnung. Nicht Selbstzweck. Daher schaue ich sehr argwöhnisch auf Neuheiten und deren Nutzen.

Nicht nur bei den Tools, auch bei den Denkansätzen. Sehr prägend war mal die Aussage einer Agentur, dass man flexible Strategien braucht. Diese sollten stets überprüft und angepasst werden. Na klar. Und das Ziel der wirtschaftlichen Tätigkeit wird dann zur Nebensache? Ich finde, dass Strategien langfristige Zeiträume abdecken sollten. Und als den Trend in der Kommunikation sehe ich, dass wir aufräumen sollten mit all den Kanälen und Kanälchen.

Solides Handwerk statt Hype

Legen wir die Magazine mal zur Seite und nehmen ein leeres Blatt Papier für eine gedankliche Skizze: An erster Stelle steht eine solide Planung der Kommunikation mit ehrlichen Antworten auf Fragen nach Zielen, Zielgruppen und Budgets. Es geht nicht darum, was man gerade toll findet und wo man mal was darüber gelesen hat. Fragen Sie sich, welchen Mehrwert Ihre Kommunikation bietet oder bieten soll. Daraus lässt sich ableiten, welchen Aufwand Sie betreiben sollten, um vernünftigen Inhalt zu erstellen. Wollen Sie den Aufwand nicht betreiben, dann haben Sie ein erstes Spannungsfeld, in welchem Sie Entscheidungen treffen müssen.

Geben Sie dabei das Denken in Kanälen auf. Arbeiten Sie mit Personas – also der Definition typischer Vertreter Ihrer Zielgruppen. Sie sind die Leuchttürme für die spätere Orientierung im Kommunikationskonzept. Wenn Sie diese typischen Vertreter einmal definiert haben, braucht es – einfach ausgedrückt – nur einer abschließenden Frage: „Welchen Nutzen biete ich dieser Person?“. Die Antworten darauf geben die Richtung vor, welche Inhalte wie zu erstellen sind. Das können Texte, Bilder, Bilderstrecken und Videos sein.

OK. Der Content steht? Dann geht es darum, diesen zur Zielgruppe zu bringen. Verteilen Sie ihn über die geeigneten Kanäle. Das kann ein soziales Netzwerk sein, die klassische Pressemitteilung, der Newsletter und anderes. Achten Sie dabei darauf, die Kanäle zu bewerten nach a) Erreichung der Zielgruppen und b) eigenen Aufwand.

Wertschätzende Kommunikation

Ein Thema, welches in der Kommunikation zunehmend an Fahrt gewinnt ist die „Wertschätzende Kommunikation“ gegenüber Mitarbeitern und Kunden. Aber ist das nicht selbstverständlich? Aus meiner Sicht schon. Und damit wäre auch dieser Hype für mich wieder beendet. Aber das ist zu einfach gedacht. Auffällig ist die zunehmende Verrohung, besonders in der Online-Kommunikation. Dies kann dazu führen, dass sich viele Personen in private Netzwerke zurückziehen und in ihrer eigenen Informations-Monade kommunizieren. Gerade das Internet hat aber den freien Meinungsaustausch erst möglich gemacht. Daher sollten wir mehr miteinander reden und diskutieren, statt übereinander. Die Online-Kommunikation suggeriert uns zwar, dass die anderen irgendwo da draußen sind und nicht in meiner körperlichen Nähe. Aber wir sollten bedenken, dass es diese Menschen gibt – ganz real. Und hier greift die alte Volksweisheit nach Kant: Was Du nicht willst, was man Dir tu‘, dass füge keinem anderen zu.“

Fazit

Jedes Tool und jeder Kanal hat seine Berechtigung. Aber der Einsatz sollte nicht einem Selbstzweck dienen. Unterschiedliche Zielgruppen haben mitunter gleiche Bedürfnisse und auch einen gemeinsamen Nenner in der Informationsaufnahme. Das sollte man im Blick behalten. Der Trend für 2017 ist – aufräumen bei den Kanälen und Tools, die sich angehäuft haben. Konzentrieren Sie sich auf Ihr Kerngeschäft und in der Kommunikation auf Machbares.

Die Kommentare sind geschlossen